Grundlage für ein neues Werkverzeichnis mit Arbeiten von Oskar Moll bildet die sehr verdienstvolle Monografie von Siegfried und Dorothea Salzmann aus dem Jahr 1975. Die Verfasser, die damals von einem geschätzten Gesamtwerk von 2000 Gemälden, Gouachen, Aquarellen, Zeichnungen und Lithografien ausgegangen sind, haben seinerzeit nur Werke aufgenommen, die mit einem Foto belegt werden konnten.

Und so listet dieser erste Versuch eines Werkkataloges 579 Nummern auf. Diese Werke werden allerdings nicht nach ihren Techniken unterschieden, sondern sind zusammenhängend nach einem mehr oder minder chronologischen Verlauf gegliedert.  Die Rekonstruktion der authentischen Bildtitel und Datierung der Werke gestaltete sich bereits bei Salzmann schwierig, denn in älteren Quellen erfolgen die Werke mit „Stilleben“ und „Landschaft“ ohne Maßangaben und Erklärungen. Und so haben die Verfasser im sachdienlichen und ikonographischen Interesse mitunter neue Titel festgelegt. Zudem bildet Molls chronologisches Werkschaffen ein Problem, weil er eine „sehr wandlungs- und anpassungsfähige Persönlichkeit“ mit „häufigen Reminiszenzen und der Rekonstruktion von Arbeiten nach 1945“ (Salzmann 1975, S. 169) war.

Bei der wissenschaftlichen Revision der Salzmann-Monografie stand zunächst die Anzahl des Gesamtwerkes zur Diskussion. Berücksichtigt man die Beschlagnahmungsaktion während der NS-Zeit von 1937/38  und den überschaubaren Kriegsverlust von 1944, so scheint die geschätzte Zahl von 2000 Werken bei Salzmann lediglich eine Mutmaßung zu sein. Im Folgenden soll näher dargelegt werden, warum eher von der Hälfte der einst geschätzten Werke auszugehen ist.

Mit Hilfe von Bundes- und Landesarchiven, Kunsthandelsarchiven, Verlustdatenbanken und digitalisierten Archivunterlagen nationaler und internationaler Museen → Literatur konnten jene Werke von Oskar Moll rekonstruiert werden, die infolge des Zweiten Weltkrieges verloren gegangen sind oder im Zuge der NS-Beschlagnahmungsaktion „Entartete Kunst“ aus den öffentlichen Museen und privaten, vorzugsweise jüdischen Sammlungen, entwendet und teilweise über eingesetzte NS-Kunsthändler auf dem europäischen und internationalen Kunstmarkt veräußert wurden oder bis zur bedingungslosen Kapitulation des deutsches Reiches am 8. Mai 1945 Bestandteil des Reichsbesitzes waren.

Da in diesem Projekt wegen des Zeitaufwandes eigene Provenienzforschung nicht möglich war, konnte mit Hilfe von speziellen Fachkräften in staatlichen, städtischen und privaten Museen sowie im Berliner Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen der Werdegang einzelner in der NS-Zeit beschlagnahmter Werke und darüber hinaus rekonstruiert werden.

Beschlagnahmungen durch die Aktion „Entartete Kunst“ mit knapp 33 Werken (Stand April 2021) fallen bei Oskar Moll relativ gering aus, wenn auch der heutige Verbleib dieser Werke nicht lückenlos recherchiert werden konnte. Kriegsverluste, gerade im grafischen Bereich, können nicht vollständig nachgewiesen werden. Hier fehlen aussagekräftige und zuverlässige Quellen, was Oskar Moll tatsächlich bis August 1947 geschaffen hat. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg verzeichnet  2021 lediglich sechs Stillleben des Künstlers. Nicht alle dieser sechs Werke konnten bis heute mangels detaillierter Beschreibung und technischer Angaben identifiziert werden.

Auch die Rekonstruktion der in der NS-Zeit beschlagnahmten Moll-Werke in jüdischen Kunstsammlungen, beispielsweise in Breslau (u.a. Ismar Littmann, Leo Smoschewer, Max Silberberg), sind mangels Bildquellen und näher spezifizierter Werkdaten nicht alle eindeutig zu identifizieren, wobei es sich hier um ein ermessbares Konvolut von ein Dutzend Werken handeln soll.

Neben dem realistisch geschätzten Umfang von Molls Werkschaffen mussten bei der Revision und Ergänzung des alten Werkkataloges die Primärdaten wie Titel, Datierung, Technik und Maße der Arbeiten auf den Prüfstand gestellt werden. Diese Daten konnten nicht immer vor dem Original eines jeden Werkes geklärt, sondern anhand von Kunstzeitschriften, Ausstellungs-, Sammlungs- und Auktionskatalogen (v.a. Leo Spik und Grisebach, Berlin; bis 2015 Hauswedell & Nolte, Hamburg; Lempertz und Van Ham, Köln; Weinmüller/Neumeister und Ketterer Kunst in München; Kunstkabinett  Roman Norbert Ketterer, Stuttgart) sowie mit Hilfe der Angaben privater Sammler verifiziert werden.

Ein großes Manko liegt in den persönlichen Angaben des Künstlers, die bisweilen abstrakt sind und sich mitunter widersprechen. Moll hat selbst weder Werklisten noch ein Inventarbuch über sein Schaffen geführt. Er hat auch nicht jedes Werk datiert, was bei späteren stilistischen und inhaltlichen Redundanzen, besonders ab den 1940er Jahren zu Irrtümern führen kann. Hier dienen mehr oder weniger als Quelle zum Einstieg Ausstellungskataloge, Kunstzeitschriften und die Sekundärliteratur bis 1947 und darüber hinaus. → Literatur

Eine Identifizierung der Werke ohne Fotonachweis, die oft identische oder leicht verwechselbare und daher wenig aussagekräftige Titel tragen, stellt ein grundsätzliches Problem in der Rekonstruktion dar. Besonders in älteren Katalogen ist eine genaue Zuordnung der Werke anhand der Bildtitel oft nicht möglich. So werden in den Katalogen der Gruppenausstellungen von 1898 bis 1932 (u.a. Kunstverein Königsberg, Berliner Secession, Freie Secession, Münchener Secession, Salon Paul Cassirer, Berlin, Galerie Alfred Flechtheim, Berlin/Düsseldiorf, Galerie Hans Goltz, München oder Moderne Galerie Thannhauser, München) Molls Bilder mitunter mit abstrakten Titeln wie „Stillleben“ oder „Blumentisch“, „Landschaft“, „Gartenlandschaft“ „Herbstlandschaft“ oder „Schnee“ angegeben. Diese undifferenzierten Bildtitel sind auf Grund der Vielzahl solcher Motive wenig hilfreich, wenn Abbildung und Maßangaben zum Werk fehlen.

Zudem können Bildtitel zu ein- und demselben Werk im Laufe der Jahrzehnte durch die Kunstkritik variieren und damit die präzise Zuordnung erschweren. Handelt es sich um zwei verschiedene oder um das gleiche Gemälde? Die Wahrscheinlichkeit ist daher groß, dass ein Werk, das nicht mit einer Abbildung überliefert ist, bereits unter einem anderen Titel mit Abbildung registriert ist. Dies zu verifizieren gelingt nur mit einer Abbildung oder konkreten Maßangaben.

So können beispielsweise jene vor 1917 entstandenen 18 Werke von Oskar Moll, die sich in der Sammlung von Heinrich Kirchhoff befanden, einem bedeutenden Kunstsammler und Mäzen im Wiesbadener Raum, wegen pauschaler Bildtitel (Winterlandschaft, Stilleben) nicht vollständig identifiziert werden. Auch jene von Moll zwischen 1929 und 1935 vom Berliner Kunsthändler Kurt Feldhäusser erworbenen, zahlenmäßig nicht erfassten Arbeiten entziehen sich einer Identifizierung mangels Abbildungen und technischen Angaben. Unter Umständen sind diese Werke teilweise bereits unter einem anderen Titel im Werkverzeichnis integriert.

Rückblickend kann man feststellen, dass erst ab 1919 mit Molls Lehrtätigkeit an der Breslauer Kunstakademie ein größeres publizistisches Interesse an seiner Kunst einsetzte. Es begann mit der einmonatigen Sommerausstellung in der Breslauer Zweigstelle der Dresdner Kunsthandlung Ernst Arnold, die im Frühjahr 1920 eine Fortsetzung in der Dresdner Hauptstelle fand, wozu ein Katalog aufgelegt wurde, in dem 54 Werke mit autorisierten Bildtiteln zwischen 1910 und 1919 verzeichnet sind, allerdings ohne zwischen Gemälde und Aquarelle zu differenzieren.

Vor dem Hintergrund dieser Ausstellung erschien in der Zeitschrift „Deutsche Kunst und Dekoration“ (Jg. 47, 1920, S. 119-130) ein längerer und illustrierter Aufsatz von Wilhelm Pinder, dem 1921in der bewährten Reihe „Junge Kunst“ ein Büchlein als Band 19 über Oskar Moll folgte, mit einem farbigen Titelbild und 32 s/w-Abbildungen von betitelten und zwischen 1908 und 1920 datierten Werken.

Diese zuletzt genannte wichtige Quelle wird mit einer Einführung von Heinz Braune, dem damaligen Direktor des Schlesischen Museums der Bildenden Künste in Breslau, und einer Selbstbiografie des Künstlers ergänzt.  Dieser Einführungstext erscheint dann in  wenig veränderter Form vom selben Autor und im selben Jahr in der Halbmonatsschrift „Der Cicerone“ mit den bekannten ausgewählten Bildbeispielen. Die technischen Werkangaben beider Publikation werden sich jedoch mit späteren Publikationen teilweise widersprechen.

Auch der kleine Katalog, der 1923 zur Molls Ausstellung in der Hamburger Galerie Commeter erschien, enthielt acht bekannte, bereits in Dresden und Hannover ausgestellte Gemälde. Dem Katalog ist ein Geleitwort von Heinz Braune vorangestellt, das ein um das Kapitel „Aquarell“ gekürzte und stellenweise überarbeitete Fassung der Werkmonografie von 1921 darstellt.

1925, als Oskar Moll, dem künftigen Direktor der Breslauer Kunstakademie, anlässlich seines 50. Geburtstages in Breslau eine große Jubiläumsausstellung vorab eingerichtet wurde, mit knapp 160 Werken übrigens die größte Ausstellung zu seinen Lebzeiten, zeichnet der Werkkatalog wieder mal konkrete Bildtitel auf, wobei neben 83 näher bezeichneten Gemälden, 14 Aquarelle, 29 Pastelle und 63 Zeichnungen ohne Werktitel, also pauschal aufgeführt sind. Der technische Begriff „Pastell“ ist hier irreführend, weil keine einzige Arbeit von Moll existiert, die ausschließlich mit Pastellkreide entstanden ist. Und so dominieren bei den Arbeiten auf Papier eindeutig die Aquarelle zumeist auf Bleistiftvorzeichnung. In den frühen Jahren treten vereinzelt Gouachen auf, ansonsten finden sich Aquarelle in Verbindung mit Deckfarben (Gouache oder Tempera). Nur  wenige Zeichnungen und Lithografien wurden mit Farbkreide handkoloriert.

Bemerkenswert ist bei der Liste der auszustellenden Werke, an der Moll 1925 zumindest mitgewirkt hat, dass nicht hinter jedem einzelnen Werk die Datierung steht, sondern Werke nach ihrer Zeitspanne der Entstehung aufgeführt sind, nämlich 14 Werke zwischen 1900 und 1907, dann 12 Werke zwischen 1907 und 1920 und schließlich 55 Gemälde aus der letzten Schaffensphase. Moll war wohl besonders daran gelegen, den Schwerpunkt seiner Ausstellung auf seine produktive Breslauer Periode zu legen als präzise in den Entstehungszeiten seiner Einzelwerke zu differenzieren.

Ausstellungs-, Sammlungs- und Auktionskataloge, Werklisten und weitere Veröffentlichungen über sein Werk, die nach seinem Tod 1947 bis heute erschienen sind, können weitgehend zum Abgleich und Vergleich der Daten aus den vorangehenden zeitgenössischen Publikationen herangezogen werden. Differenzen wurden, soweit möglich, geklärt und die Daten konkretisiert, wo die Identität des Werkes eindeutig war.  Hierbei liefern vor allem die Einträge in den Auktionskatalogen des Stuttgarter Kunstkabinettes (Roman Norbert Ketterer) zwischen 1947 und1962 wichtige Hinweise auf Werke, welche die NS-Zeit überlebt haben.

Besonders mit den Ausstellungskatalogen zu den beiden Gedächtnisausstellungen, 1948 im Städtischen Kunstmuseum Duisburg und 1950 in Dortmund  im Museum am Ostwall, können erste Versuche einer Zuordnung geleistet werden, weil die Werke, weitgehend aus dem Nachlass, mit Titel und Datierung, Maße und Signatur gelistet werden.

1950 vor dem Hintergrund der Dortmunder Ausstellung setzte die Witwe des Künstlerehepaares Margarete (Marg) Moll auf der Rückseite der rund 200 Werke aus dem Nachlass ihres Mannes auf einen Nachlassstempel, inklusive einer willkürlicher handschriftlichen Nummerierung. Mitunter wurden die die Werke dabei aus der Erinnerung betitelt und datiert. Dieser Vorgang geschah als sogenannte Echtheitsbestätigung für geplante Verkäufe, jedoch ohne Anspruch auf wissenschaftliche Überprüfung bzw. Evidenz.

So hat Marg Moll wohl mit Blick auf weitere Ausstellungen ab Mitte der 1960er Jahre im Juni 1963 eine Bestandsliste der Gemälde aus dem Nachlass ihres Mannes maschinenschriftlich erstellen lassen, die im April 1964 durch einer Liste mit Aquarellen, Zeichnungen und Lithografien ergänzt wurde (Duplikat der Listen befindet sich im Salzmann-Archiv). Darin wurden noch 89 Gemälde, 27 Aquarelle, 13 Bleistift- und Kreidezeichnungen sowie zwei handschriftlich ergänzte Lithografien verzeichnet. Marg Moll scheint nach dem Tod ihres Mannes bis 1964 sich von rund 70 Werken getrennt zu haben, vereinzelt durch Verkäufe an Museen und durch Einlieferung auf Auktionen.

Zumindest gelangten im März 1960 zu einer Verkaufsausstellung in den Leonard Hutton Galleries, New York, die sich als retrospektive Schau des Mitbegründers der Académie Matisse ausgab, mit 27 Gemälden und 14 Aquarellen Werke aus dem Nachlass. Das dazu erschienene Katalogheft  ist allerdings in den technischen Angaben und vor allem in den Ausstellungsnachweisen der gezeigten Werke fehlerhaft und daher als Quelle wenig ergiebig.

Zwischen November 1965 bis Ende Januar 1966 wurden zunächst über 40 Gemälde, größtenteils aus dem Nachlass und als Leihgaben aus Privatbesitz, in der Galerie F.A.C. Prestel in Frankfurt am Main ausgebreitet und im Katalog aufgelistet. Mitte 1966 versuchte dann Marg Moll 30 ausgewählte Nachlass-Gemälde ihres Mannes, die teilweise bereits in Frankfurt zu sehen waren, über die Galerie Dr. Rainer Horstmann in Düsseldorf zu veräußern, der mit diesen Werken eine kleine, aber erfolgreiche Verkaufsausstellung mit begleitendem Katalogheft inszenierte.

Ende 1966 stellte Marg Moll schließlich den gesamten Nachlass ihres Mannes dem Galeristen und Kunsthändler Johannes Wasmuth (1936-1997) für eine große Verkaufsausstellung zur Verfügung. Wasmuth richtete mit 100 ausgewählten Werken (73 Gemälde, 21 Aquarelle und 6 Zeichnungen) eine große Retrospektive zunächst in seiner Galerie Pro in Bad Godesberg ein. Die Verkaufsausstellung war allerdings nicht so erfolgreich, wie es sich der künftige Promotor des Kunstbahnhofs Rolandseck vorstellte. Die Galerie brauchte aber Umsatz. Darum hängte Wasmuth den Nachlass von Oskar Moll kurzer Hand in den Bahnhof Rolandseck, um mehr Interesse zu wecken. Zur Ausstellung erschien kein Katalog.

Es ist das Verdienst von Siegfried Salzmann, der als Leiter des damaligen  Wilhelm-Lehmbruck-Museums der Stadt Duisburg im Herbst 1967 Oskar Moll anlässlich seines 20. Todestages eine Gedächtnisausstellung einrichtete, deren begleitender Katalog 119 Katalognummern umfasst. 61 Gemälde, 35 Aquarelle, Gouachen und Temperabilder, 13 Zeichnungen und 10 Lithographien dokumentieren erstmals repräsentativ Molls Werkschaffen von 1902 bis 1947. Die ausgestellten Leihgaben stammen im Wesentlichen von privaten Sammlern, Galerien und Museen.

Anfang der 1970er Jahre entschloss sich Marg Moll (so die mündliche Überlieferung ihrer Tochter Brigitte Würtz vom 30.9.2006) den künstlerischen Nachlass ihres Mannes Johannes Wasmuth zu verkaufen. Sie fördert damit den 1975 publizierten und ihr gewidmeten erste Werkkatalog ihres Mannes. Der sich über Jahre hinziehende schleppende Verkauf der Werke aus dem Nachlass wurde von Wasmuth nicht dokumentiert, mit seinem Tod 1997 versiegte eine wichtige Quelle. Ein geringer und persönlicher Teil von Werken aus dem Nachlass wurde zuvor unter den beiden Töchtern des Künstlers und mittlerweile unter deren Kindern und Enkelkindern aufgeteilt. Dieser familiäre Bestand, zumeist Spätwerke, ist überschaubar und gut dokumentiert, auch in den nachfolgenden Verkäufen über Auktionen.

Aus Anlass des 100. Geburtstages von Oskar Moll veranstaltete das Städtische Museum Simeonstift von Anfang Februar bis Mitte März 1975 eine Ausstellung mit 50 Gemälden, die weitgehend aus öffentlichen Sammlungen und Privatbesitz stammen. Der dazugehörige Katalog enthält einen leicht gekürzten Wiederabdruck der Einführung von Siegfried Salzmann, die bereits 1967 in seinem Duisburger Katalog erschienen ist. 

So gesehen stellen diese posthumen Kataloge zwischen 1948 und 1975 eine wichtige Quelle und Grundlage für den ersten Werkkatalog dar, den das Ehepaar Salzmann dann im Herbst 1975 vorlegte. Diese Werkmonografie diente anstelle eines Ausstellungskataloges als Begleitpublikation für Molls zweite ihm anlässlich seines 100. Geburtstages gewidmete Ausstellung, die zum Jahreswechsel 1975/76  in Remagen, Bahnhof Rolandseck stattfand und mit Ölbildern und Aquarellen aus dem Nachlass bestritten wurde.

Im Herbst 1982 konnte ferner zu einer Ausstellung im Kunstamt Tiergarten im Haus am Lützowplatz  Berlin ein Katalog mit unbekannten und wiederentdeckten Werken (24 Gemälde, 8 Aquarelle, 6 Bleistiftzeichnungen und eine Lithografie) aus den Jahren 1906 bis 1947 aufgelegt werden, der für das Ehepaar Salzmann ein willkommener Anlass war, die Nachträge zu sammeln, die allerdings nie komplett zur Publikation gelangten, jedoch Bestandteil des Salzmann-Archives waren, das sich heute in Privatbesitz befindet.

Die letzte große Einzelausstellung wurde Oskar Moll 1997/98 in Mainz mit weiteren Stationen in Wuppertal und Wrocław eingerichtet. Der dazu erschienene Katalog bietet unter den 68 Gemälden und 12 Aquarellen/Gouachen auch Neuentdeckungen und leistet mit wertvollen Korrekturen und Ergänzungen in den technischen Grunddaten der Werke dankbare Hilfe. Mehrere Fachbeiträge liefern zudem neue Kenntnisse zu Werk und Wirken des Künstlers in Berlin, Breslau und Paris.→ Literatur

Wenn Moll in den letzten dreißig Jahren an Kollektivausstellungen beteiligt war, dann überwiegend im Kontext des Pariser Künstlerkreises Café du Dôme, der Académie Matisse oder der Breslauer Kunstakademie, mit der zumeist überlieferten Sachkenntnis zu seinem Anteil und Beitrag. → Ausstellungen

Wenige monografische Essays in dieser Zeit (z.B. Ilkosz 1997, Najwer 2009 oder Leistner 2018) bieten gewinnbringende neue Einblicke in spezielle Aspekte seiner Kunst. → Literatur

Abschließend sei angemerkt, dass die Arbeit an einem neuen Werkverzeichnis auf Grund hauptberuflicher Verpflichtungen bis einschließlich Januar 2020 immer wieder unterbrochen oder notgedrungen für längere Zeit zur Seite gelegt werden musste. Seit Frühjahr 2020 kann dieses ambitionierte Projekt nun endlich in den Vordergrund des wissenschaftlichen Diskurses gerückt werden.

Deshalb soll an dieser Stelle nicht versäumt werden, ausdrücklich und generell jenen Direktoren*innen, Kuratoren*innen sowie Provenienzforschern*innen an den öffentlichen Museen (→ Sammlungen), den Geschäftsführern*innen und zuständigen Referatsleitern*innen in den nationalen und internationalen Auktionshäusern sowie den Privatsammlern*innen für ihre bisherigen zahlreichen wertvollen Hinweise zu danken. Ein weiterer Dank richtet sich an die zuständigen Ansprechpartnern*innen in den Archiven, Bibliotheken und anderen Forschungseinrichtungen (→ Literatur), die gerade während der Corona-Krise unbürokratisch und unkonventionell den digitalen Zugang zu wichtigen Quellen und Dokumenten ermöglichten.
Ende Mai 2021